Rückerstattung von Kreditbearbeitungsgebühren

Das Thema „Rückerstattung von Kreditbearbeitungsgebühren“ ist wieder mal in aller Munde.

Nachdem die Rückforderung der Gebühren das Jahr 2015 über wieder etwas aus dem Fokus der Öffentlichkeit gerutscht war, rückt die drohende Verjährung von Ansprüchen zum Jahresende 2015 die Rückerstattung wieder in das Verbraucherinteresse.

Wir haben die wichtigsten Fragen zusammengestellt und beantwortet. Ganz wichtig: Wer 2012 Kreditbearbeitungsgebühren gezahlt hat muss sich jetzt beeilen, sonst droht die Verjährung der Ansprüche.

Wer kann Kreditbearbeitungsgebühren zurück fordern?

Jeder, der seit dem 1. Januar 2012 Kreditbearbeitungsgebühren bezahlt hat, kann diese von seiner Bank zurückfordern. Allerdings sollte die Verjährung beachtet werden, denn Ansprüche aus 2012 verjähren zum 31. Dezember 2015. Wer in 2013 Kreditbearbeitungsgebühren gezahlt hat, kann sich mit seiner Forderung noch ein Jahr Zeit lassen. Diese Ansprüche verjähren erst zum 31. Dezember 2016.

Warum können Kreditbearbeitungsgebühren zurück gefordert werden?

Der Bundesgerichtshof hat mit einem Urteil aus Mai 2014 festgestellt, dass Banken unzulässiger Weise Kreditbearbeitungsgebühren kassiert haben, obwohl die Kosten für die Darlehens-Führung schon mit den Zinsen abgegolten sein sollten. Alle Banken, die über die Zinsen hinaus Kreditbearbeitungsgebühren gefordert haben, müssen diese an ihre Kunden zurückzahlen, wenn sie dazu aufgefordert werden und die Verjährungsfristen – 3 Jahre nach Abschluss zum Jahresende – nicht abgelaufen sind. Bislang können nur private Darlehensnehmer diese Gebühren zurück fordern. Zu einer Entscheidung für Unternehmer konnte sich bislang der Bundesgerichtshof noch nicht durchringen. Auch für kfw-Darlehen ist die Situation noch unklar.

Sollte ich einen Musterbrief benutzen, um Kreditbearbeitungsgebühren zurück zu fordern?

Ein Musterbrief ist die richtige Wahl, wenn genügend Zeit vorhanden ist. Damit Ansprüche auf Rückerstattung von Kreditbearbeitungsgebühren in 2015 nicht verjähren sind Musterbriefe oder Standard-Formulare völlig ungeeignet, da sie im Gegensatz zu einem anwaltlichen Schreiben keine Frist setzen. Banken können sich also Zeit lassen und erst im Januar 2016 antworten. Für den Verbraucher bedeutet dies, dass die Frist zur Geltendmachung einer berechtigten Forderung verstrichen wäre.

Erstatten Banken die Kreditbearbeitungsgebühren?

Das ist höchst unterschiedlich: Alle Banken, insbesondere die großen Banken wie die Commerzbank, die Deutsche Bank sowie Postbank, DSL-Bank, Sparkassen, Volksbanken, aber auch die großen Internetbanken wie die Targobank, Santander Consumer Bank., Creditplus, easycredit oder die Auto-Finanzierer wie die VW Bank und die AUDI Bank versuchen in aller Regel, das Verfahren in die Länge zu ziehen. Der von einem Anwalt gesetzten Frist können sie sich aber nicht entziehen. Einige Banken reagieren zeitnah auf den Kunden-Anspruch auf Rückerstattung der Gebühren – bislang erstatten jedoch der überwiegende Teil der Banken nicht freiwillig und ohne Ansprache die Gebühren. Banken, die Kreditbearbeitungsgebühren bezahlt haben, können sich den Forderungen nicht entziehen. Kreditnehmer haben einen Rechtsanspruch nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes. Eine Ablehnung eines berechtigten Anspruchs ist nicht möglich.

Hilft ein Anwalt bei der Durchsetzung der Ansprüche?

Ein anwaltliches Schreiben kann im Gegensatz zu einem Musterschreiben eine wirksame Frist setzen und die Bank zwingen, innerhalb der Verjährungsfrist zu reagieren. Daher ist insbesondere kurz vor Fristverlauf anwaltliche Unterstützung anzuraten.

Es ist schon spät – kann ich die Verjährungsfrist umgehen?

Zum Jahresende können Darlehensnehmer die Verjährung nur durch ein Anschreiben des Ombudsmannes, durch die Einschaltung einer staatlich anerkannten Gütestelle oder durch eine Klage hemmen. Dabei müssen Güteanträge und Klagen bis zum 31. Dezember 2015 24 Uhr zugestellt sein.

Wo kann ich mich über Kreditbearbeitungsgebühren informieren?

Viele Internet-Foren und die Homepages der Verbraucherzentralen bieten ausreichend aktuelle Informationen zur Rückerstattung von Kreditbearbeitungsgebühren. Aber auch Zeitschriften wie „test“ oder Fernsehsendungen wie „WiSo“ oder WDR „Markt“ haben für Suchende viele aktuelle Informationen im Angebot. Interessant ist es auch, das Urteil der Bundesgerichtshofes (BGH) oder die Urteile der Oberlandesgerichte Celle oder Dresden zu studieren. Man findet sie im Internet und die Kommentierung sind auch für Verbraucher verständlich. Gute Ansprechpartner für das Thema Rückforderung von Kreditbearbeitungsgebühren sind auch die Verbraucherzentralen. Insbesondere die Verbraucherzentralen NRW und Hamburg haben das Thema ausführlich dokumentiert.

Lohnt sich die Rückforderung von Kreditbearbeitungsgebühren?

Banken haben im Jahr 2012 – und darum geht es aktuell hauptsächlich – unzulässiger Weise 3 bis 5 Prozent der Darlehenssumme als Bearbeitungsgebühr erhoben und einkassiert. Bei einem Autokredit über 40.0000 Euro kann da schon mal eine Forderung in Höhe von bis zu 2000 Euro auflaufen. Übrigens unabhängig davon, ob der Kredit 2015 bereits endgültig abgezahlt worden ist oder nicht.

 

 

 

Kreditbearbeitungsgebühren 2015

Auch in 2015 gilt es wieder die Verjährung von Forderungen nach Kreditbearbeitungsgebühren-Erstattung zu beachten. Für Darlehen, die zwischen dem 1, Januar 2012 und dem 31. Dezember 2012 (und später) ausgezahlt wurden, können noch Erstattungen von Kreditbearbeitungsgebühren wirksam eingefordert werden. Allerdings sollten diese Forderungen zeitnah bei den Banken und Sparkassen vorliegen, ansonsten droht der Ablauf der Verjährungsfrist. Wir helfen Ihnen, Ihre Forderungen durchzusetzen. 

Mehr zu Kreditbearbeitungsgebühren 2015 ausführlich

Ansprüche aus 2012 verjähren Ende des Jahres 2015

Oft wird uns die Frage gestellt: „Kann ich etwas gegen die Verjährung unternehmen?“ – Natürlich: Man kann entweder rechtzeitig mit einem deutlich formulierten anwaltlichen Schreiben mit Fristsetzung die Auszahlung verlangen oder sich um eine wirksame Hemmung der Verjährung bemühen. Ab Mitte November wird die Zeit dafür anwaltliche Schreiben zunehmend knapper, sodass Ende des Jahres 2015 eher die Frage nach der Verjährungshemmung im Raum steht. Auch dabei sind wir Ihnen gern behilflich. 

Mehr zur Verjährung von Kreditbearbeitungsgebühren

Welche Ansprüche verjähren am 31. Dezember 2015?

Es geht um private Darkehen, für die ab dem 1. Januar 2012 Kreditbearbeitungsgebühren gezahlt wurden. Aktuelle Verträge sind nicht betroffen, da die Banken ihre AGB entsprechend angepasst haben. Zur Zeit sind nur Verbraucherkredite betroffen, zu gewerblichen Krediten wie z.B. den kfw-Darlehen, stehen noch BGH-Entscheidungen an. Hier sollten sich Betroffene sicherheitshalber um verjährungshemmende Maßnahmen bemühen, wenn die Bank nicht von sich aus auf die Einrede der Verjährung verzichtet. 

Mehr zur Verjährung möglicher Ansprüche aus Kreditbearbeitungsgebühren